StartseiteKolloideMasse oder Klasse? Warum die reine Menge bei Mineralstoffen nur die halbe Wahrheit ist
Masse oder Klasse? Warum die reine Menge bei Mineralstoffen nur die halbe Wahrheit ist
Kürzlich wurde bei QS24 ein Interview mit Meshal Kadourah, Gründer von Naturu, veröffentlicht. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die mich seit vielen Jahren beschäftigt: Geht es bei Mineralstoffen und Spurenelementen ausschließlich um die Menge – oder spielen auch Form, Transport und die Prozesse im Organismus eine Rolle? Viele Menschen investieren heute bewusst in ihre Ernährung […]
17 Juni 2026
Kürzlich wurde bei QS24 ein Interview mit Meshal Kadourah, Gründer von Naturu, veröffentlicht. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die mich seit vielen Jahren beschäftigt:
Geht es bei Mineralstoffen und Spurenelementen ausschließlich um die Menge – oder spielen auch Form, Transport und die Prozesse im Organismus eine Rolle?
Viele Menschen investieren heute bewusst in ihre Ernährung und hochwertige Nahrungsergänzung. Auch in der Tierhaltung gehört die tägliche Versorgung mit Mineralstoffen längst zur Routine. Dennoch berichten manche Menschen und Tierhalter immer wieder davon, dass sie trotz hochwertiger Ernährung, guter Fütterung und regelmäßiger Ergänzungen das Gefühl haben, dass etwas fehlt.
Genau diesen Gedanken greift das Interview auf.
Dabei geht es nicht um die Frage, ob Mineralstoffe wichtig sind. Darüber besteht weitgehend Einigkeit. Spannend wird es bei der Frage, was nach der Aufnahme eines Stoffes geschieht.
Die Menge ist nur ein Teil der Betrachtung
Wenn über Mineralstoffe gesprochen wird, stehen meist Zahlen im Mittelpunkt.
Wie viel Magnesium?
Wie viel Zink?
Wie viel Eisen?
Wie viel Selen?
Diese Betrachtung ist verständlich. Mengen lassen sich messen, vergleichen und berechnen.
Der Organismus arbeitet jedoch deutlich komplexer als eine einfache Rechenaufgabe.
Zwischen der Aufnahme eines Stoffes und seiner Bereitstellung im Organismus liegen zahlreiche Schritte. Verdauung, Transport, Wechselwirkungen mit anderen Stoffen und individuelle Unterschiede können dabei eine Rolle spielen.
Deshalb stellt sich neben der Frage nach der Menge häufig auch eine weitere Frage:
Was passiert eigentlich mit einem Nährstoff, nachdem er aufgenommen wurde?
Mineralstoffe arbeiten nicht isoliert
Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Wechselwirkungen zwischen einzelnen Mineralstoffen und Spurenelementen.
Viele Stoffe stehen miteinander in Beziehung. Manche ergänzen sich, andere konkurrieren um ähnliche Transport- oder Stoffwechselwege. Deshalb wird in Fachkreisen häufig über sogenannte Antagonisten und Synergisten diskutiert.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Stoff „gut“ oder „schlecht“ ist. Es zeigt vielmehr, wie komplex biologische Systeme aufgebaut sind.
Die Versorgung eines Organismus besteht nicht nur aus einzelnen Zahlen auf einem Analyseblatt, sondern aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren.
Wenn über die Versorgung mit Mineralstoffen gesprochen wird, richtet sich der Blick häufig auf den Darm.
Tatsächlich spielt die Verdauung eine wichtige Rolle. Gleichzeitig endet die Betrachtung dort nicht.
Nach der Aufnahme beginnt ein weiterer Weg. Stoffe werden transportiert, verteilt, gespeichert, umgewandelt oder in verschiedene Prozesse eingebunden.
Genau deshalb beschäftigen sich Forscher, Therapeuten und Hersteller seit vielen Jahren mit der Frage, welche Faktoren die Bereitstellung von Nährstoffen beeinflussen können.
Warum unterschiedliche Darreichungsformen diskutiert werden
Die Frage, ob die Form eines Stoffes eine Rolle spielen könnte, beschäftigt Wissenschaft, Hersteller und Anwender bereits seit vielen Jahrzehnten.
Im Laufe der Zeit sind deshalb verschiedene Ansätze entstanden. Neben klassischen Mineralstoffverbindungen werden heute auch organische Verbindungen, Chelat-Formen und weitere Systeme diskutiert.
Zu diesen Ansätzen zählen auch kolloidale Elemente.
Befürworter unterschiedlicher Darreichungsformen stellen dabei häufig ähnliche Fragen:
Kann die Form eines Stoffes Einfluss auf dessen Weg durch den Organismus haben?
Welche Rolle spielen Transportprozesse?
Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Bereitstellungsformen?
Welche Faktoren könnten darüber hinaus eine Rolle spielen?
Nicht alle Fragen sind abschließend geklärt. Dennoch zeigt die Diskussion, dass die Betrachtung von Mineralstoffen und Spurenelementen weit über reine Mengenangaben hinausgeht.
Warum diese Frage bei Tieren besonders interessant ist
Während viele Menschen Nahrungsergänzungsmittel eher phasenweise einsetzen, gehört die Mineralstoffversorgung bei Tieren häufig zur täglichen Routine.
Gerade bei Pferden ist ein Mineralfutter in vielen Ställen fester Bestandteil der Fütterung. Auch Hunde erhalten oft Ergänzungen, Mineralstoffmischungen oder weitere Zusätze.
Dadurch entsteht eine spannende Fragestellung:
Wenn die Versorgung über Jahre hinweg regelmäßig erfolgt, warum beschäftigen sich Tierhalter trotzdem immer wieder mit Themen wie Mineralstoffstatus, Spurenelementen oder individuellen Unterschieden?
Natürlich gibt es darauf keine einfache Antwort.
Jedes Tier bringt eigene Voraussetzungen mit. Haltung, Fütterung, Alter, Belastung, Stoffwechsel und viele weitere Faktoren können eine Rolle spielen.
Dennoch zeigt die Praxis, dass die reine Betrachtung von Mengen oft nicht ausreicht, um alle Beobachtungen vollständig zu erklären.
Genau deshalb finde ich die Diskussion aus dem QS24-Interview auch für Tierhalter spannend.
Sie lenkt den Blick auf Fragen, die über die tägliche Fütterungsroutine hinausgehen:
Welche Faktoren beeinflussen die Versorgung eines Organismus?
Welche Rolle spielen Wechselwirkungen?
Welche Bedeutung haben individuelle Unterschiede?
Und welchen Einfluss hat die Form, in der Stoffe bereitgestellt werden?
Individuelle Unterschiede gehören zum Gesamtbild
Gerade in der Tierhaltung zeigt sich immer wieder, wie unterschiedlich Organismen auf vergleichbare Haltungs- und Fütterungskonzepte reagieren können.
Während ein Tier mit einer bestimmten Versorgung über Jahre hinweg gut zurechtkommt, ergeben sich bei einem anderen Tier trotz ähnlicher Voraussetzungen neue Fragestellungen.
Solche Beobachtungen haben dazu geführt, dass viele Therapeuten und Tierhalter heute stärker auf Individualität achten als noch vor einigen Jahren.
Anstatt ausschließlich einzelne Mengenangaben zu betrachten, rücken zunehmend ganzheitliche Zusammenhänge in den Fokus: Fütterung, Haltung, Belastung, Stoffwechsel, Alter und die individuelle Situation des jeweiligen Tieres.
Denn biologische Systeme folgen selten starren Regeln. Häufig entsteht ein vollständigeres Bild erst dann, wenn verschiedene Faktoren gemeinsam betrachtet werden.
Eine Frage, die zum Nachdenken anregt
Das Interview mit Meshal Kadourah von Naturu liefert keine endgültigen Antworten auf alle Fragen rund um Mineralstoffe und Spurenelemente.
Es greift jedoch einen Gedanken auf, der aus meiner Sicht durchaus diskutiert werden darf:
Vielleicht lohnt es sich, bei der Betrachtung von Mineralstoffen nicht ausschließlich auf Mengenangaben zu schauen.
Denn biologische Systeme sind komplex. Aufnahme, Transport, Wechselwirkungen und individuelle Unterschiede gehören ebenso zum Gesamtbild wie die Menge eines Stoffes.
Genau diese Zusammenhänge sind einer der Gründe, warum wir uns bei Naturbasis seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Herstellungsverfahren und den Eigenschaften kolloidaler Elemente beschäftigen.
Nicht, weil es auf jede Frage eine einfache Antwort gibt. Sondern weil spannende Fragen oft dort beginnen, wo die reine Betrachtung von Zahlen endet.
Das vollständige Interview
Wer sich für das Gespräch interessiert, findet das Interview hier:
Unabhängig davon, wie man einzelne Aussagen bewertet, regt das Interview dazu an, über die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen aus einer etwas breiteren Perspektive nachzudenken. Und genau darin liegt aus meiner Sicht sein eigentlicher Wert.
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